Der Schritt in eine Mediation oder Klärungshilfe fällt oft nicht leicht. Betroffene warten oft sehr lange, weil sie denken, dass sie es selbst schaffen müssen.

Dabei kann es den Weg zur Konfliktlösung sehr erleichtern und abkürzen, wenn ein allparteilicher Moderator in Form einer Konfliktvermittlung und Mediation einen sicheren Rahmen dafür bietet.

Ich möchte Ihnen aus diesem Grund einen typischen Ablauf einer Mediation mit Klärungshilfe schildern. Ich möchte Ihnen zu zeigen, was passiert und was auch nicht. Denn oft sind die Befürchtungen, was passieren könnte, viel größer, als das, was dann tatsächlich stattfindet.

Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen. – Karl Jaspers

 

Klärungshilfe

Die Klärungshilfe® ist das spezielle Mediationsverfahren, mit dem ich arbeite. Es wurde von dem Schweizer Psychologen und Klärungsexperten Christoph Thomann auf der Grundlage seiner Erfahrungen als Paartherapeut und Berater in Unternehmen entwickelt und ist in zahlreichen Büchern beschrieben. Näheres können Sie auch hier erfahren https://www.institut-fuer-klaerungshilfe.de .

Das Verfahren legt sehr viel Wert auf das tiefe Klären der gesamten Situation und der begleitenden Gefühle, auf ein gemeinsames Verstehen der Entstehungsgeschichte, und eine Veränderung der Kommunikation schon während der Mediation selbst.

Im Folgenden zeige ich Ihnen, in welchen Schritten ein solcher Klärungsprozess typischerweise abläuft.

 

Erstgespräch

Der erste Schritt ist ein Telefontermin von ca. 30 Min. zur Klärung Ihres Anliegens und Ihrer Fragen. 

Es geht zum Beispiel darum: 

  • Geht es um einen beruflichen Konflikt oder eine private Situation? 
  • Sind Sie selbst am Konflikt beteiligt?
  • Geht es Ihnen um Lösungen für sich selbst oder für Ihr Team? 

Diese Punkte sind wichtig, weil das weitere Vorgehen davon abhängt. 

 

Konflikt auf der gleichen Hierarchiestufe oder unter Partner*innen

Haben Sie einen beruflichen Konflikt  mit einem gleichrangigen Kollegen, einer Kollegin, in einem Vorstand  oder im privaten Rahmen, gibt es niemanden, der für Sie das Wie und Wer entscheidet. 

Das müssen Sie gemeinsam tun. Trotz Ihres Konfliktes. 

Sollten Sie sich vorab geeinigt haben, jemanden zu suchen, ist die Sache einfach. Dann sind Sie miteinander im Gespräch und können zusammen entscheiden, ob Sie den Weg mit mir oder jemand anderen gehen möchten. 

Schwieriger ist es, wenn Ihr Partner gar nichts von Ihrer Initiative weiß. Dann müssen Sie den Klärungswunsch zunächst an ihn oder sie herantragen und die Sorge vor abweisenden oder hämischen Reaktionen überwinden. 

Möglicherweise ist  Ihnen dann zunächst eher mit einem Konfliktcoaching geholfen, das Sie wieder in die Lage versetzt, mit Ihrem Partner in ein klärendes Gespräch zu gehen.

 

Konflikte im Team

Wenn Sie Führungskraft sind, gehört Konfliktlösung zu Ihren Kernaufgaben.

Sie haben die Zuständigkeit und die Kompetenz zu entscheiden, ob sie selbst vermitteln wollen oder ob Sie eine externe Beratung dazu holen möchten. Auch da kann ein Kurzcoaching Sie unterstützen, herauszufinden, was das Richtige ist. 

Wenn es um um externe Beratung geht, bespreche ich dann in einem zweiten Telefonat sehr ausführlich den Auftrag, z. B. wer dabei sein muss,  wie viele Personen es sind, wieviel  Zeit und Termine einkalkuliert werden sollten.

Bei Teamkonflikten arbeite ich in der Regel so dass die zuständige Chefin, der zuständige Chef mit dabei ist.

In manchen Fällen kann auch ein Vortreffen sinnvoll sein. 

Ich schlage meist vor, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen miteinander zu arbeiten. Idealerweise einen Nachmittag / Abend und den darauf folgenden Vormittag. Das ist der effektivste Weg. Sie können dran bleiben an Ihren Themen, haben aber auch genug Pause zur Erholung. 

Je nach Möglichkeiten kann aber auch ein anderer Zuschnitt gewählt werden.

Wir treffen uns an einem geschützten Ort, wo es sich ungestört und angenehm arbeiten lässt, und der für alle erreichbar ist. 

 

Die Mediation / Klärungshilfe mit den Beteiligten

#1 Einstieg

Als erstes klären wir alle Punkte, die Ihnen wichtig sind, um einsteigen zu können. Vielleicht ist Ihnen noch etwas eingefallen, das Sie wissen wollen. Vielleicht müssen noch Fragen geklärt oder Regeln abgesprochen werden. 

Ich lege auch immer Wert darauf, sicher zu stellen, dass sich alle trotz der angespannten Situation sicher fühlen, und dass alle Bedenken berücksichtigt werden.

Ich erkläre auch noch einmal vorab, wie alles abläuft.

 

#2 Standpunkte und Sichtweisen 

Jetzt geht es darum, dass jeder Einzelne ausführlich seine Sichtweise auf die Probleme und den Konflikt schildert.

Jeder und jede bekommt die Zeit, die eigene Konflikt—Sicht umfassend darzustellen, ohne unterbrochen zu werden. Ich stelle ein paar Fragen. Die anderen Beteiligten hören nur zu.  

Ich notiere Themen und Probleme, die ich von Ihnen gehört habe.

Je nach dem zeigt sich dann schon, mit welchem Thema begonnen werden muss, und Sie steigen direkt ein. Oder ich mache eine Übersicht und schlage Ihnen ein erstes Thema vor.

 

#3 Bearbeiten der Themen und Aussprache

Hier geht es, wie der Name sagt, um das freie, ehrliche und konkrete Aussprechen und Adressieren der eigenen Anliegen an das jeweilige Gegenüber. Es geht noch nicht um Lösungen. Keine Sorge, die kommen im nächsten Schritt.

In dieser Phase können Sie alles zur Sprache bringen und miteinander hin und her bewegen, ohne sich um die Gesprächsführung kümmern zu müssen. Ich bin dafür da, dass es geordnet und fair bleibt. Sie können direkt aufeinander reagieren, und haben die Sicherheit, dass es nicht aus dem Ruder läuft.

Alles kann an- und ausgesprochen werden: Vergangenes, Aktuelles, Vorfälle. Das ist sehr reinigend und wohltuend. Endlich einmal alles sagen können, ohne sich ständig zu kontrollieren und zu verbiegen, weil der andere es falsch verstehen könnte.

Sie verstehen endlich die wechselseitigen Verstrickungen und Gründe, die zu dem Konflikt geführt haben, und Sie werden selbst in Ihren Reaktionen darauf verstanden.

Ich strukturiere das Gespräch und sorge dafür, dass alle Themenfäden im Blick bleiben. Ich unterstütze Sie dabei, sich auszudrücken und verstanden zu werden.

Ich achte auch darauf, dass ein Thema erst dann beendet wird, wenn alle Aspekte angeschaut worden sind.

Nach und nach löst sich so Verstricktes und Verhärtes auf. Sie beginnen wieder so zu  kommunizieren, wie Sie es sich eigentlich wünschen und von sich selbst kennen.

 

#4 Lösungen entwickeln

Wenn alles durchgesprochen und durchgearbeitet ist, gelangen Sie wie von selbst langsam in ruhigeres Fahrwasser miteinander.

Sie merken das, wenn Sie beginnen, sich wieder mit anderen Augen zu sehen und zu erleben. Der Stress ist weg. Sie können ruhiger über die Themen sprechen. Lösungen kommen wie von selbst.

Sie überlegen gemeinsam, wie Sie mit den erkannten Schwierigkeiten in Zukunft besser umgehen können.

Das kann folgende Themenbereiche betreffen:

  • Kommunikation
  • Aufgaben und Verantwortlichkeiten
  • Verträge
  • Finanzen
  • Mitarbeitende
  • Strukturelles 
  • Persönliches

#5 Die Vereinbarungen 

Am Schluss werden die Ergebnisse schriftlich auf einem Flipchart festgehalten und von allen Beteiligten unterschrieben. Insbesondere bei Teams ist es wichtig abzusprechen, welche Punkte nicht nach außen getragen werden sollen bzw. in welchen Punkten andere Stellen informiert werden müssen. 

 

#5 Ergebnisse sichern

Ganz wichtig ist ein Follow-Up Termin. Auch wenn alles gelöst ist und die Motivation zur Veränderung hoch: das Errungene ist noch ein zartes Pflänzchen und muss gepflegt werden. Alltag, Stress und eingespielte Routinen können es schnell wieder niederdrücken. 

Idealerweise gibt es einen gemeinsamen Termin, indem wir noch einmal darauf schauen, wie es ihnen gelungen ist die Vereinbarungen umzusetzen. Und untersuchen, was vielleicht noch nicht geklappt hat, um eventuell noch einmal nachzubessern.

Meiner Erfahrung nach ist dieser Termin von enormer Wichtigkeit für die Nachhaltigkeit der Vereinbarungen.

Im besten Fall gehen Sie persönlich, in Ihrer Beziehung und als Team gestärkt und und mit neuer Widerstandskraft aus einem solchen Klärungsprozess, weil Sie:

  • sich gemeinsam schwierigen und sensiblen Themen gestellt haben, ohne einzuknicken,
  • sich auseinandergesetzt und in der Unterschiedlichkeit gespürt haben,
  • sich gerieben haben und dabei nahe gekommen sind,
  • sich gegenseitig erlebt haben als fest in der Sache und beweglich im Kontakt,
  • sich gestritten haben und dennoch in Verbindung geblieben sind,
  • sich gegenseitig ein anstrengendes, aber ernsthaftes, an einer Lösung interessiertes Gegenüber gewesen sind,
  • sich durch diesen Prozess neuen Respekt voreinander erworben haben und
  • Lösungen errungen haben, die weiter reichen, als zu Beginn jede*r vor Augen hatte.

 

 

Konfliktlösung mit Mediation

 

 Zusammenfassung:Das Hinzuziehen eines neutralen Dritten in einem Konflikt kann den Weg zur Konfliktlösung sehr abkürzen.Eine Mediation gibt einen sicheren Rahmen für die Gefühle und ermöglicht ein ruhiges und faires Ordnen und Durchsprechen der schwierig gewordenen Themen.Die Beteiligten können sich in Ruhe ihren Anliegen widmen, ohne sich auch noch um die Gesprächsführung kümmern zu müssen.Das bahnt den Weg zu Lösungen, die alle Sichtweisen mit berücksichtigen und weiter führen.

 

Kämpfen Sie auch gerade mit einem Konflikt mit einem Kollegen, einer Kollegin oder in Ihrem Team? Überlegen Sie, was für Sie eine geeignete Unterstützung sein könnte? 

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Herzlichst

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