KI bei Konflikten: Kann das wirklich helfen?

9. Feb. 2026 | KI und Konfliktlösung | 0 Kommentare

KI bei Konflikten. Vor ein paar Wochen saß ich einer Klientin gegenüber. Wir sprachen über eine schwierige Situation in ihrem Team, über Missverständnisse, verhärtete Fronten, über das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie hörte mir zu, nickte nachdenklich und sagte dann: „Ja, das hat die KI auch gesagt.“

Ich war erstaunt. Nicht über das, was sie sagte – sondern darüber, dass es offenbar für sie selbstverständlich war, die KI zu befragen. Ich hörte mich um, sprach mit anderen. Und tatsächlich: Manche hatten schon mal bei einer Konfliktsituation nachgefragt, andere hatten ihre Beziehung probeweise analysieren lassen, wieder andere Rat bei einem Konflikt im Job gesucht.

Mir wurde klar: Es ist längst Realität. Wir nutzen KI nicht mehr nur für Texte, Bilderstellung oder komplexe Rechenaufgaben. Sondern offensichtlich auch bei persönlichen Themen, bei Problemen, die uns wirklich umtreiben. Manchmal parallel zur Beratung, manchmal davor, manchmal stattdessen.

Und das machte mich neugierig.

Ich begleite als Supervisorin und Mediatorin seit vielen Jahren Menschen in der Lösung von Konflikten. Ich bin humanistisch geprägt und positioniert, was mich in eine natürliche kritische Haltung gegenüber künstlicher Intelligenz bringt. Gleichzeitig bin ich aber auch experimentierfreudig und probiere Dinge gerne aus, bevor ich urteile.

Also wollte ich wissen: Wie ist das eigentlich, wenn ich selbst mit ChatGPT über eine schwierige Situation spreche?

Am Anfang schien meine kritische Seite bestätigt. Die Antworten waren zwar einerseits oft verblüffend, andererseits aber auch glatt, weichgespült und fast unangenehm lobhudelnd.

Aber irgendwann kam der Durchbruch. Ich verstand, dass man eine KI auch so einstellen kann, wie man es braucht, lernte, anders zu fragen. Genauer. Klarer. Manchmal um die Ecke. Der Austausch mit der KI brachte mich innerlich in Bewegung. Und ich begann zu verstehen: Es sind nicht die Lösungen oder die Ratschläge, die mich weiterbringen, sondern der Austausch an sich. Der wie eine Art intensiver Selbsterforschungsprozess werden kann. Eine Selbstklärung. Eine Selbstreflexion in Zusammenhang mit einer Konfliktsituation.

Und dann wurde mir etwas klar: Durch das Reflektieren an sich verstand ich schon vieles. Die Antworten der KI waren plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Der Austausch selbst hatte mich dorthin gebracht.

In einer zweiten Experimentierphase habe ich dann mit gezielten Coachingtechniken experimentiert, mich selbst durch diesen Prozess gecoacht. Und immer besser herausgefunden, was bei Konflikten zu beachten ist und wie man vorgehen kann.

Was ich dabei lernte: Mit KI über Konflikte sprechen ist keine Problemlösung – kann aber ein intensiver Prozess der Selbsterkundung sein.

In diesem Artikel werde ich dir zeigen, wie das in Bezug auf eine Konfliktsituation funktionieren kann, und wir auch nicht. Ich will dich auf einige Fallstricke hinweisen, dir aber auch den besonderen Nutzen zeigen, den das Arbeiten mit einem KI-Tool dir bieten kann – wieder in die Selbstführung zu kommen.

Wenn ich im Folgenden von KI spreche, meine ich textbasierte KI-Systeme wie ChatGPT, Claude oder ähnliche, mit denen du schriftlich im Dialog arbeitest. Ich verwende die Begriffe KI, KI-Text-Tool und manchmal auch ChatGPT weitgehend synonym.

Ich setze voraus, dass du dich schon mal mit einer KI beschäftigt hast. Vielleicht hast du sie auch selbst schon einmal zu einer Konfliktsituation befragt. Die Frage ist nicht mehr, ob es passiert. Die Frage ist: Wie nutzt du die KI so, dass sie wirklich hilft? Wo liegen die Möglichkeiten? Und wo die Risiken?

KI bei Konflikten: Fallstricke, aber auch eine besondere Chance

Bei Konflikten ist es anders als bei vielen anderen Themen. Konflikte bringen uns in Bedrängnis. Sie aktivieren unser Nervensystem. Sie machen uns eng. Und genau deshalb ist der Umgang mit der KI hier besonders heikel. Aber auch besonders interessant.

Ein typisches Szenario

Stell dir vor, du hast eine gute Freundin. Ihr kennt euch seit einem halben Jahr, und die Freundschaft ist schnell sehr intensiv geworden. Ihr habt die gleiche Coaching-Ausbildung gemacht, viel voneinander mitbekommen und euch gefreut, dass ihr euch gefunden habt.

Und dann gibt es dieses eine Gespräch. Es geht um Geld. Um Honorare. Um das, was ihr für eure Beratungen nehmt. Und plötzlich wird deine Freundin übergriffig. Sie interpretiert an dir herum, stellt Analysen an, warum du dich mit dem Thema Geld schwertust. Du sitzt da und spürst, wie etwas in dir hochkommt. Ärger. Verletzung. Das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Deine Sicherungen knallen durch.

Jetzt, ein paar Tage später, kreisen die Gedanken immer noch. Du kannst nicht schlafen. Du bist verwirrt. War das wirklich so übergriffig, oder überreagierst du? Was sollst du jetzt tun? Mit der Freundin reden? Aber wie? Und was, wenn das alles noch schlimmer macht?

Andere Freundinnen sind gerade nicht erreichbar. Die nächste Coaching-Sitzung ist erst in zwei Wochen. Aber der Laptop steht da. Die KI ist immer verfügbar. Warum nicht mal eben ChatGPT befragen?

So oder ähnlich passiert es wahrscheinlich vielen von uns. Wer im Alltag mit diesen Tools arbeitet, nutzt sie auch für persönliche Fragen.

Was in Konflikten mit uns passiert

Lass uns kurz innehalten und anschauen, was in so einer solchen Situation in dir vorgeht.

Konflikte bringen uns in einen Ausnahmezustand, biologisch und psychologisch. Dein Nervensystem läuft auf Hochtouren. Das „emotionale Gehirn“ übernimmt die Kontrolle, der rationale Verstand wird vorübergehend blockiert. Wir bekommen einen Tunnelblick, sind aufgebracht und suchen Verbündete und eine möglichst rasche Lösung.

Das ist alles sehr verständlich, und wir können es auch nur bedingt ändern, weil es sich um Stressmechanismen handelt, die tief in uns verankert sind. Gleichzeitig finden wir aber aus dieser verengten Wahrnehmung heraus keine guten Lösungen für komplexe zwischenmenschliche Probleme. Dafür müssen wir zunächst das Stresslevel senken, uns beruhigen und wieder kühlen Kopf bekommen.

Die Verführung

Und jetzt kommt die KI ins Spiel.

Eine KI ist in der Standardeinstellung darauf trainiert, immer empathisch zu sein, auf der Seite des Nutzers zu stehen und vor allem: Lösungen zu liefern – sofort, unermüdlich, geduldig.

Das ist so verführerisch wie gefährlich. Denn es hilft in Konflikten nicht, nur jemanden auf der eigenen Seite zu haben. Und es ist fatal, zu schnell zu Lösungen zu greifen, bevor die Situation wirklich verstanden und verdaut ist. Mit der KI ist diese Verführung besonders stark – weil sie dieses existenzielle Bedürfnis unendlich bedient. Sie wird nicht müde, dich zu bestätigen. Sie ist immer da.

Lass uns genauer anschauen, was dabei konkret schiefgehen kann.

Die Bestätigungsfalle

Du sitzt vor dem Laptop, tippst deine Geschichte ein. Was deine Freundin gesagt hat. Wie übergriffig das war. Wie verletzt du dich fühlst. Und die KI? Die versteht. Immer. „Das klingt nach einer schwierigen Situation. Es ist verständlich, dass du dich so fühlst.“ Sie bestätigt, tröstet, gibt dir das Gefühl, gehört zu werden.

Das kann im ersten Moment gut tun. Manchmal brauchst du genau das. Jemanden, der sagt: Deine Gefühle sind berechtigt. Du bist nicht falsch.

Aber wenn du dort stehen bleibst, wenn die KI dich nur bestätigt, dann ändert sich nichts. Dann hast du einen Ort gefunden, an dem du deine Geschichte erzählen kannst, an dem du dich verstanden fühlst. Aber der Konflikt bleibt. Deine Freundin bleibt unverstanden. Die Situation bleibt ungeklärt.

In Konflikten funktioniert es nie, wenn wir nur aus der eigenen Ich-Perspektive denken. Es braucht alle Perspektiven im Raum – auch die, die wehtun. Auch die, die wir nicht hören wollen. Die KI liefert nur, was du ihr gibst. Wenn du ihr eine einseitige Geschichte gibst, bekommst du eine einseitige Antwort. Wenn du sie nicht aktiv bittest, die andere Seite zu beleuchten, tut sie es nicht.

Das heißt: Du musst die Perspektiven, die dir fehlen, aktiv einfordern.

Du könntest fragen:

  • „Beschreibe mir die Situation aus der Sicht meiner Freundin. Wie könnte sie das Gespräch erlebt haben?“
  • „Welche Perspektiven habe ich bisher noch nicht betrachtet?“
  • „Ich habe das Gefühl, dass ich gerade nur Bestätigung suche. Stelle mir Fragen, die mich aus dieser Enge herausholen.“

Das ist unbequem. Das will ein Teil in dir nicht. Aber genau das ist der Punkt, an dem echte Klärung beginnt.

Wenn du mitten in der Nacht wach liegst und die KI dir zum dritten Mal bestätigt, dass du im Recht bist, dann halt kurz inne: Fühlst du dich wirklich besser? Oder drehst du dich im Kreis.

Und manchmal geht es noch einen Schritt weiter. Dann entsteht ein Muster, das du vielleicht aus zwischenmenschlichen Konflikten kennst – nur dass es diesmal zwischen dir und der KI abläuft.

KI und das Drama-Dreieck

Vielleicht kennst du das Drama-Dreieck. Es ist ein Muster, das in Konflikten immer wieder auftaucht: Ich bin das Opfer, der andere ist der Täter, und du, mein Gegenüber, bist meine Retterin. Das passiert nicht nur mit Menschen – das kann auch mit der KI passieren. Du sitzt vor deinem Bildschirm und erzählst deine Geschichte. Deine Freundin hat dich angegriffen, übergriffig interpretiert, deine Grenzen überschritten.

Du bist verletzt. Die KI versteht: „Das war eine Grenzüberschreitung. Es ist nachvollziehbar, dass du dich so fühlst“. Du fühlst dich bestätigt. Endlich jemand, der auf deiner Seite steht.

Aber was passiert hier wirklich? Du bleibst in der Opferrolle, deine Freundin bleibt die Täterin. Und die KI wird zur Retterin, die dir bestätigt, dass du im Recht bist. Das fühlt sich erst einmal gut an. Aber dann passiert etwas Merkwürdiges: Du merkst, dass sich nichts ändert.

Du wirst unzufrieden. Vielleicht sogar ein bisschen wütend auf die KI. Die hat doch gesagt, es ist alles richtig. Aber das Problem wirst du nicht los. Du weißt immer noch nicht, was du tun sollst und suchst nach nächsten rettenden Instanz …

Und so dreht sich das Drama-Dreieck weiter: Aber der Kern bleibt – du steckst in der Opferrolle fest. Das machen wir nicht bewusst, das ist ein klassischer Mechanismus in zwischenmenschlichen Konflikten, in denen wir hinein rutschen können. In der Opferrolle werten wir uns selbst ab. Wir trauen uns nicht zu, die Situation zu lösen.

Wir suchen jemanden, der uns sagt, wie es geht – und sind dann enttäuscht, wenn das nicht funktioniert. Wir geben die Verantwortung ab und ärgern uns gleichzeitig, dass niemand uns wirklich hilft. Wer in der Opferrolle steckt, sieht es nicht. Natürlich nicht. Wir spüren nur die Hilflosigkeit, die Verzweiflung, das Gefühl, dass nichts sich ändert.

Aber es gibt auch einen Weg, dem vorzubeugen: Du kannst der KI zu Beginn den Auftrag geben, dich darauf hinzuweisen. Du könntest sagen:

  • „Bitte weise mich darauf hin, wenn ich zu sehr in einer Opferrolle hängen bleibe. Wenn ich nur klage, ohne ins Handeln zu kommen.“
  • „Bitte benutze das Modell des Drama-Dreiecks, und wende es auf die geschilderte Situation an.“
  • „Wenn du merkst, dass ich immer wieder die gleiche Geschichte erzähle, ohne dass sich etwas bewegt, sag mir das.“
  • „Erinnere mich daran, meinen eigenen Anteil zu sehen. Auch wenn ich das vielleicht gerade nicht hören will.“

Die KI wird dich dann unterbrechen: „Ich bemerke, dass du viel über das sprichst, was deine Freundin getan hat. Aber was ist dein Anteil? Wo hast du Handlungsmöglichkeiten, die du gerade nicht siehst?“

Vielleicht ist dir aufgefallen: Bei jedem dieser Risiken haben wir schon einen Weg da heraus gesehen. Du kannst die KI instruieren, dich zu unterbrechen, andere Perspektiven zu zeigen, dich aus deinen Mustern zu holen.

Aber was ist das Prinzip dahinter? Und vor allem: Warum hilft es dir überhaupt, wenn du der KI sagst, was sie tun soll, gerade dann, wenn du emotional aufgewühlt bist und eigentlich nur Trost suchst? Was passiert da mit dir in dem Moment, wo du innehältst und überlegst, wie die KI dich führen soll?

Die Chance: das Steuer wieder übernehmen

All die Probleme, die wir gerade angeschaut haben, entstehen, wenn wir die KI passiv nutzen. Wenn wir uns von ihr bedienen lassen, wenn wir ihr die Führung überlassen. Aber die KI funktioniert eigentlich anders. Sie funktioniert nur, wenn du sie führst. Du musst ihr klar sagen, was du willst, Rollen definieren, den Prozess aktiv steuern.

Und genau das kann im Umgang mit Konflikten zum Wendepunkt werden.

Aber warum funktioniert das eigentlich? Was macht diese Art zu arbeiten so wirksam, gerade in Konflikten? Das hat mit etwas zu tun, was die KI grundlegend von einem menschlichen Gegenüber unterscheidet.

Die Doppelrolle: Selbstführung als Schlüssel

Erinnere dich an die Situation mit deiner Freundin. Wenn du darüber mit einem Coach oder einer vertrauten Person sprichst, gibt es automatisch zwei Rollen: Die andere Person ist präsent, richtet ihre Aufmerksamkeit auf dich, spiegelt, überlegt, was du brauchst. Du kannst dich anvertrauen, fallenlassen, führen lassen.

Mit der KI ist das anders. Du hast beide Rollen: Du bist Klient*in/Ratsuchende UND  Prozessgestalter*in in einer Person.

Das ist anspruchsvoll. Denn in Konflikten passiert zunächst genau das Gegenteil: Wir sind mitgerissen von unseren Emotionen, haben keinen Abstand mehr zu uns selbst, sehen nur noch, was uns verletzt hat, reagieren impulsiv. Und genau aus dieser Rolle heraus kommen, unsere Bedürfnisse und unsere Handlungen in dem Moment.

Wenn eine KI das tun soll, was auch ein menschliches Gegenüber tun sollte: dich da herausziehen, musst du es ihr sagen.

Denn die KI arbeitet mit dem, was du ihr gibst. Je klarer du sagst, was du willst, desto besser die Antworten. Je aufmerksamer du den Prozess steuerst, desto besser werden die Lösungen sein. Das kann dich fordern, besonders wenn du emotional aufgewühlt bist und dir eigentlich nur wünschst, dass jemand dir sagt, was zu tun ist.

Aber genau hier liegt die Chance. Denn wenn wir die KI nutzen, um uns innerlich immer wieder zurückzuholen und auf den Prozess des Austausches zu schauen, dann üben wir genau das, was wir im Konflikt brauchen: Abstand gewinnen. Uns selbst beobachten. Auf den Prozess schauen, Metaperspektive einnehmen. Erkennen, wenn wir uns im Kreis drehen. Spüren, was wir gerade brauchen, um uns zu beruhigen.

Dafür könntest du ChatGPT oder einem anderen KI-Text-Tool zu Beginn sagen:

„Ich möchte mit dir über eine Konfliktsituation sprechen. Dabei ist mir wichtig, dass ich nicht nur Bestätigung bekomme, sondern wirklich kläre, was hier passiert ist. Erinnere mich zwischendurch daran, innezuhalten und zu spüren: Fühlt sich das noch stimmig an? Bin ich noch bei mir? Welche Perspektiven fehlen noch?“

Das ist nicht nur KI-Sprache. Das ist auch ein Mechanismus, der dich aus der Enge herausholt.

Dann schauen wir uns im nächsten Schritt an, wie das genau aussehen kann.

Von der Aufregung zur Klarheit: Wie du mit der KI arbeiten kannst

Die Fragen und Formulierungen, die ich dir in den folgenden Abschnitten zeige, sind Anregungen. Nicht mehr, nicht weniger. Nimm sie als Inspiration und pass sie an, an deine Art zu sprechen, an deinen Hintergrund, an das, was du gerade brauchst. Du kennst dich am besten.

Konflikte verlaufen in Wellen, manchmal mehrfach. Es gibt die akute Phase, wo alles hochkocht. Dann kommt irgendwann Abstand. Und schließlich der Punkt, wo du überlegst: Was mache ich jetzt konkret?

Je nachdem, in welcher Phase du dich befindest, brauchst du etwas anderes von der KI. Aber bevor wir in die einzelnen Phasen einsteigen, lass mich dir ein paar grundsätzliche Hinweise geben. Dinge, die über alle Phasen hinweg wichtig sind.

Bevor du anfängst: Ein paar grundsätzliche Hinweise

 1. Vermeide Klarnamen und personenbezogene Daten wie Namen von Personen, Orte, Firmennamen. Du kannst mit Kürzeln arbeiten („Person A“, „die Kollegin“) oder die Details leicht verfremden.

2. Die meisten KI-Sprach- Tools haben eine Standardeinstellung bezüglich Sprachstil und Tonfall. Viele empfinden das als übertrieben empathisch oder irgendwie falsch. Du kannst diese Einstellungen in deinem Konto oft ändern. Bei ChatGPT zum Beispiel unter dem Punkt Personalisierung. Versuche es einfach mal nur mit freundlich oder professionell. Oder, wenn du dich auskennst, findet deine eigenen Einstellungen.

3. Es geht nicht darum, dass die KI dir sagt, was du tun sollst. Es geht darum, dass du sagst, was sie tun soll:
Du willst einen Dialog mit dir selbst führen, dich selbst reflektieren. Du könntest der KI zu Beginn sagen:

  • „Ich möchte einen Dialog führen. Bitte schlage mir keine Lösungen vor, sondern bringe mich dazu, zu tieferen Schichten von mir selbst vorzudringen.“
  • „Stelle mir Fragen, statt mir Antworten zu geben. Wenn ich in Lösungen abrutsche, hol mich zurück zur Reflexion.“

4. Wichtig ist auch das Tempo. Lass dir Zeit. Die KI muss nicht sofort alles auf einmal fragen. Du könntest sagen: „Bitte immer nur eine Frage oder eine Information auf einmal. Lass mich erst antworten, dann die nächste Frage.“

5. Du darfst die KI korrigieren. Wenn dir eine Antwort nicht gefällt, wenn sie zu glatt klingt, zu nichtssagend, dann sag das. Du könntest zum Beispiel sagen: „So will ich es nicht haben. Bitte antworte mir so, wie es ein Philosoph oder ein wohlmeinender Freund tun würde.“ Oder: „Spiele folgenden Gedanken einmal mit mir durch…“

6. Und dann gibt es noch etwas, das leicht vergessen wird: Du musst nicht die ganze Zeit vor dem Bildschirm sitzen. Während einer „Sitzung“ mit der KI schließ mal zwischendurch die Augen. Lausch in dich hinein. Hör auf deinen Körper. Fühlt sich alles noch stimmig an? Geht es in die richtige Richtung?

Mach auch einmal eine Pause. Steh auf, beweg dich. Komm zurück, wenn du bereit bist. Du kannst die KI auch bitten, dich daran zu erinnern:

  • „Frage mich regelmäßig: Wo in deinem Körper spürst du das?“
  • „Was könnte ich gerade übersehen? Was ist mein blinder Fleck?“

7. Und am Ende, wenn du das Gefühl hast, für heute genug reflektiert zu haben, könntest du sagen: „Fasse zusammen, was ich heute für mich erkannt habe“. Das hilft dir, das Wesentliche mitzunehmen. Und es zeigt dir, ob du wirklich weitergekommen bist – oder ob du dich nur im Kreis gedreht hast.

Phase 1: Akut – Wenn’s noch brennt

Du bist mitten drin. Das Herz klopft, die Gedanken kreisen. Du bist empört, verletzt, verwirrt. Vielleicht kannst du nicht schlafen, vielleicht läuft der innere Dialog in Dauerschleife.

Du willst, dass es aufhört. Du willst eine Lösung. Jetzt. Erinner dich: Du sitzt vor dem Laptop. Das Gespräch mit deiner Freundin ist ein paar Tage her, aber es ist, als wäre es gerade eben passiert.

Die Wut, die Verletzung. alles ist noch da. Mach dir keine Sorgen, wenn du in dieser Phase noch nicht klar denken kannst. Das ist normal. Dein Nervensystem ist hochgefahren. Es geht erst einmal darum, dass du dich überhaupt ein bisschen beruhigst.

Was jetzt helfen kann:

Schreib es runter. Einfach alles, ohne nachzudenken, ohne zu strukturieren. Gib der KI die ganze Geschichte, so wie sie in dir ist. Das Schreiben allein hilft schon – es bringt die kreisenden Gedanken aus dem Kopf auf den Bildschirm.

Dann kannst du die KI fragen:

  • „Was hast du verstanden von mir, von der Situation?“
  • „Welche Informationen fehlen dir noch, um die Situation besser zu verstehen?“
  • „Welche Emotionen nimmst du bei mir wahr?“
  • „Ist es normal, dass ich so reagiere?“
  • „Welche Methoden kennst du, die mir helfen könnten, mich jetzt zu beruhigen?“
  • „Was brauche ich JETZT in diesem Moment?“

Aber – und das ist wichtig: Wenn du weißt, was du brauchst, dann tu es auch. Konflikte üben oft einen Sog aus, dem wir schwer entkommen. Wir sitzen weiter vor dem Bildschirm, stellen die nächste Frage, und noch eine. Aber was dir jetzt viel mehr helfen würde, ist vielleicht rauszugehen, dich zu bewegen, den Körper zu spüren.

Du könntest der KI auch sagen: „Wenn ich dir gesagt habe, was ich brauche, dann erinnere mich daran, das jetzt wirklich zu tun. Schick mich weg vom Bildschirm.“ Die KI wird dir dann sagen: „Gut. Jetzt geh. Mach einen Spaziergang. Leg dich hin. Ruf einen Freund an. Was auch immer du brauchst – tu es jetzt. Wir können später weitermachen, wenn du bereit bist.“

Was du in dieser Phase wahrscheinlich noch nicht brauchst: Strategien. Lösungen. Gesprächsvorbereitungen. Das kommt später. Jetzt geht es erst einmal darum, wieder bei dir anzukommen.

Phase 2: Verstehen & Klären

Du hast dich ein bisschen beruhigt. Die ersten heftigen Emotionen sind abgeflaut. Du kannst wieder klarer denken. Vielleicht sind ein paar Tage vergangen.

Vielleicht hast du mit anderen darüber gesprochen, bist spazieren gegangen, hast geschlafen. Irgendetwas hat sich ein wenig gelöst. Jetzt ist der Moment, wo du tiefer gehen kannst: Du willst verstehen, was hier eigentlich passiert ist. Was hat dich so getroffen? Was steckt dahinter?

Was jetzt helfen kann:

Jetzt ist die Zeit für Selbstcoaching-Methoden, für Perspektivwechsel, für das Erkunden von Mustern und Bedürfnissen. Du könntest die KI bitten:

  • „Stelle mir bitte Fragen, damit ich herausfinde, welcher Teil in mir hier reagiert. Frage so lange, bis ich es verstanden habe.“
  • „Hilf mir durch Fragen zu erkennen: Wann habe ich ähnlich reagiert? Gibt es ein Muster, das sich wiederholt?“
  • „Stelle mir Fragen, die mir helfen herauszufinden, welches Bedürfnis hinter meiner Reaktion steht.“
  • „Führe mich durch Fragen in die Perspektive meiner Freundin. Wie könnte sie das Gespräch erlebt haben?“
  • „Frage mich so, dass ich verstehe, was meine heftige Reaktion über das sagt, was mir wichtig ist.“
  • „Hilf mir durch Fragen, diese Situation aus einer Zukunftsperspektive zu sehen: Wie würde ich in fünf Jahren darauf schauen?“

Wenn du mit bestimmten Kommunikationsmodellen vertraut bist, kannst du sie jetzt zu Hilfe nehmen:

  • „Zeige mir die Situation anhand des Kommunikationsquadrats von Friedemann Schulz von Thun.“
  • „Wie könnte ich das Ganze mit der Gewaltfreien Kommunikation angehen? Hilf mir, Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte zu formulieren.“
  • „Zeig mir die Situation aus systemischer Sicht. Welche Muster könnten hier wirken?“
  • „Bitte spiele die Situation mit mir einmal anhand des Modells des inneren Teams durch.“

Diese Phase braucht Zeit. Hier geht es nicht um schnelle Lösungen. Hier geht es darum, dass du wirklich verstehst, was passiert ist. Bei dir. Und vielleicht auch bei deiner Freundin.

Phase 3: Handlung – Vorbereitung & Umsetzung

Jetzt wird es konkret. Du hast verstanden. Du bist ruhiger. Du hast Perspektiven gewechselt, Muster erkannt, deine Bedürfnisse identifiziert. Und jetzt weißt du: Du willst das Gespräch mit deiner Freundin führen. Du willst klären, was zwischen euch steht.

Aber wie gehst du vor? Was sagst du? Wie fängst du an – und was, wenn es eskaliert?

Was jetzt helfen kann:

Jetzt ist die Zeit, das Gespräch vorzubereiten. Die KI kannst du nutzen wie einen Sparringspartner. Du könntest sie bitten:

  • „Hilf mir, verschiedene Eröffnungen für das Gespräch zu entwickeln. Frage mich, was ich meiner Freundin wirklich sagen will.“
  • „Lass uns Worst-case und Best-case durchspielen. Was wäre das Schlimmste, das passieren könnte? Und wie würde ich damit umgehen?“
  • „Stelle mir Fragen, die mir helfen herauszufinden: Was ist für mich verhandelbar, was nicht? Wo sind meine Grenzen?“
  • „Was brauche ich nach dem Gespräch? Wie sorge ich für mich? Stelle mir Fragen, die mich darauf vorbereiten.“
  • „Was, wenn es eskaliert? Hilf mir, eine Exitstrategie zu entwickeln.“

Du kannst auch konkrete Formulierungen ausprobieren:

„Ich möchte meiner Freundin sagen: [dein Satz]. Wie könnte das bei ihr ankommen? Gibt es eine andere Formulierung, die klarer oder weniger verletzend ist?“

Die KI kann dir helfen, dich vorzubereiten. Sie kann mit dir durchspielen, was passieren könnte. Aber sie kann dir das Gespräch nicht abnehmen – das musst du selbst führen. Und das ist gut so: Denn in diesem Gespräch wirst du präsenter sein, aufmerksamer, ruhiger, weil du dich vorbereitet hast, weil du weißt, was du brauchst, weil du wieder in Selbstführung bist.

Zwei Ideen, wenn du noch weitergehen willst

Bis hierher haben wir vor allem über den akuten Konfliktfall gesprochen. Über das, was dir hilft, wenn gerade etwas passiert ist. Wenn du noch mittendrin steckst. Aber es gibt auch Möglichkeiten, die KI darüber hinaus zu nutzen – nicht für die Akutsituation, sondern längerfristig.

Um Konfliktkompetenz zu entwickeln. Um dich selbst immer besser kennenzulernen. Um zu verstehen, wie du tickst, wenn es schwierig wird. Ich möchte dir zwei Ideen mitgeben – keine Pflicht, eher als Anregung, falls dich das Thema packt.

Idee 1: Die KI als Lerntagebuch

Du kennst vielleicht das klassische Lerntagebuch. Ein Notizbuch, in das du schreibst, was du erlebt hast, was du gelernt hast, wo du noch Fragen hast. In vielen Ausbildungen gehört das dazu. Ich selbst habe Lerntagebücher in verschiedenen Ausbildungen geführt, damals natürlich schriftlich, in einem echten Notizbuch.

Ich habe oft darin nachgeschlagen, später darauf Bezug genommen. Heute lese ich mir manche dieser Einträge noch einmal durch und staune, was damals war. Ein Lerntagebuch hilft, weil es Entwicklung sichtbar macht – du siehst, wo du herkommst, welche Fragen dich beschäftigt haben, was sich verändert hat.

Mit einem KI-Text-Tool wie ChatGPT oder Claude geht das noch einen Schritt weiter. Denn du kannst mit ihm im Dialog bleiben. Du schreibst nicht nur für dich, du kannst nachfragen, die KI bitten: „Welcher Prozess hat hier stattgefunden? Was hat sich verändert zwischen meinem ersten Eintrag und jetzt?“

Du könntest dir vornehmen, einmal die Woche mit der KI zu reflektieren: über Situationen, die dich beschäftigt haben, über Konflikte, die aufgetaucht sind, über Dinge, die du anders gemacht hast als früher. Über Muster, die du bei dir beobachtest. Die KI wird dich im Laufe der Zeit immer besser kennen.

Sie wird Zusammenhänge erkennen, die dir vielleicht entgehen. Sie wird dich darauf hinweisen: „Vor drei Monaten hast du in einer ähnlichen Situation genauso reagiert. Was ist der gemeinsame Nenner?“ Das ist keine Therapie, auch kein Ersatz für professionelle Begleitung. Aber es ist ein Werkzeug zur Selbstreflexion – ein Begleiter auf dem Weg, immer mehr Konfliktkompetenz zu entwickeln.

Idee 2: Einen Chat mit der anderen Person teilen (für Fortgeschrittene)

Und dann gibt es noch eine Möglichkeit, die ich mit einem Augenzwinkern „für Fortgeschrittene“ nennen würde. Stell dir vor, du bist mit jemandem in einer Auseinandersetzung. Ihr seid nicht mehr im akuten Konflikt, aber ihr seid noch dabei, Dinge zu klären. Es gibt schon wieder eine gewisse Vertrauensebene. Ihr redet miteinander, es ist nicht einfach, aber ihr seid beide bereit, weiterzugehen.

Du hast für dich mit der KI gearbeitet. Du hast deine Perspektive geklärt, Muster erkannt, verstanden, was dich getriggert hat. Und jetzt könntest du einen Schritt weiter gehen: Du zeigst der anderen Person einen Teil dieses Chats. Nicht als fertige Lösung oder als „Schau, so ist es richtig“. Sondern als Brücke. Als Einladung.

„Schau mal, ich habe versucht, meine Sicht auf die Situation zu verstehen. Das ist dabei herausgekommen. Ich möchte nicht, dass du dem zustimmst. Aber vielleicht hilft es uns, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Das kann etwas öffnen. Denn die andere Person sieht: Du hast dich wirklich auseinandergesetzt. Du hast nicht nur bei deiner Position verharrt. Du hast versucht zu verstehen, auch dich selbst und deinen eigenen Anteil.

Vielleicht könnte das auch in dem fiktiven Beispiel mit deiner Freundin funktionieren. Ihr zu zeigen: Schau, so habe ich versucht, mich selbst zu verstehen. So habe ich versucht, auch deine Seite zu sehen. Lass uns darüber reden.

Das setzt voraus, dass schon wieder Vertrauen da ist. Dass die Beziehung das trägt. Und dass du bereit bist, verletzlich zu sein. Denn du zeigst etwas von deinem inneren Prozess. Aber wenn es passt, wenn der Moment stimmt, kann das ein sehr kraftvoller Schritt sein.

Kann diese Art der Nutzung nicht auch problematisch werden?

Lass uns noch eine Frage ansprechen, die vielleicht im Raum steht: Wenn wir KI so nutzen, gehen wir dann weniger in echte Beziehungen? Wird Coaching überflüssig? Ersetzen wir menschliche Begegnungen durch komfortable Gespräche mit einer Maschine?

Die Verführung ist real. Die KI ist immer verfügbar. Sie fordert nichts zurück, wird nicht müde, ist nicht genervt, nicht enttäuscht. Ein Gespräch mit einem anderen Menschen ist anstrengender – wir haben es mit einem anderen Individuum zu tun, mit eigenen Zielen, Wünschen und Grenzen.

Vergessen wir nicht: Eine KI hält keine Hand. Sie kocht uns keinen Tee, wenn es uns nicht gut geht, hat keinen Körper, dessen Anwesenheit uns beruhigt und Sicherheit gibt. Sie ist schlicht eine Maschine, die auf eine bestimmte Weise einen Dialog mit uns führt, ein Werkzeug, das zugegebenermaßen sehr schnell und treffend sprachlich reagieren kann, wenn es entsprechend instruiert wird. Aber es soll uns weder das Denken abnehmen noch das innerliche Wahrnehmen.

Bei einer KI liegen komplexe Rechenleistungen zugrunde. Sie kennt nur Regeln. Wir Menschen reagieren mit Kopf, Herz und Verstand, spüren Situationen mit dem ganzen Körper. Wir lieben, lachen, verstehen Witze und sind verletzlich. Unser Grundnaturell ist das Dialogische. Darum gefällt uns dieses Werkzeug auch so gut.

Ob das problematisch wird, hängt davon ab, wofür du die KI nutzt. Wenn du sie nutzt, um dir sagen zu lassen, was du tun sollst, um Bestätigung zu holen, um dich im Kreis zu drehen, dann wird sie zur Ersatzbeziehung, die dich von echter Auseinandersetzung abhält. Aber wenn du sie nutzt, um klarer zu werden, geht es um etwas ganz anderes.

Es geht darum, dir selbst zu begegnen. Dich zu klären – mit all den Widersprüchen und Mustern, mit allem, was innerlich los ist. Und wenn wir das tun, verhalten wir uns anders. Wir sind dann nicht mehr so verstrickt in unbewusste Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen. Wir tragen das alles nicht mehr so sehr in die Beziehung hinein, projizieren es nicht auf die anderen.

Die Arbeit mit dir selbst ist die Grundlage. Und dafür ist das Dialogische und Interaktive, das ein KI-Text-Tool bietet, ein wirkungsvolles Instrument. Es kann aber keine Wärme erzeugen, wie sie durch Reibung und Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen entstehen kann. Und gibt auch nicht die emotionale Tiefe, die ein guter Coach oder eine gute Beraterin in einen Prozess bringen kann.

Aber sie kann dich vorbereiten. Sie kann dir helfen, hinzuschauen. Und wenn das gelingt, wenn du durch die Arbeit mit der KI offener, ehrlicher, mitfühlender ins Gespräch gehst, dann ist sie ein gutes Werkzeug für das, was dann mit anderen Menschen passieren muss.

Noch etwas: Die Frage nach den Daten und der Blick auf das große Ganze

Bevor wir zum Ende kommen, lass uns noch etwas ansprechen, das vielleicht auch in dir arbeitet: Was passiert eigentlich mit den Daten? Und welche Risiken birgt eine so umfassende Nutzung von KI für unsere Zukunft?

Ich will dir nichts vormachen: Auch ich habe kritische Fragen. Machen wir uns abhängig von großen Tech-Firmen? Was wird vielleicht doch gespeichert, von dem wir nichts wissen? Verlieren wir unsere Fähigkeit, selbst zu denken? Geben wir das genuin Menschliche auf?

Aber weißt du, was ich noch problematischer finde? Wenn wir uns aus Angst oder Prinzip verweigern und damit die Technologie denen überlassen, die sie kommerziell ausbeuten oder für destruktive Zwecke nutzen. Wir können diese Entwicklung nicht beurteilen, wenn wir uns nicht aktiv und bewusst damit auseinandersetzen. Und die kritischen Fragen gehören dazu!

Deshalb mache ich es so: Ich bleibe dran, informiere mich, probiere aus und bleibe mit mir und anderen im Gespräch über diese Fragen. Das ist meine Form von Verantwortung.

Und ich sehe tatsächlich eine Chance darin, dass wir mithilfe von KI-Text-Tools etwas trainieren können, das wir dringend brauchen: die Fähigkeit, aus vielen verschiedenen Perspektiven auf eine Situation zu schauen, möglichst viel einzubeziehen und miteinander in Verbindung bringen. Mehr noch: Ich glaube, dass solche reflexiven Dialoge uns helfen können, friedensfähiger zu werden, indem wir uns selbst besser verstehen, weniger gepackt sind von unseren Emotionen und mehr in der Lage, auch andere Perspektiven zuzulassen.

Das ist keine naive Hoffnung. Das ist eine These, die ich durch meine Arbeit prüfe.

Falls du dich auch mit diesen philosophischen Themen beschäftigen möchtest, hier ein Lesetipp: Recherchiere mal „Scary Smart“ von Mo Gawdat. Er war im Entwicklerteam von Google und hat sich brillant und umfassend mit den Risiken, aber auch den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz beschäftigt.


Was du mitnehmen kannst

Das echte Gespräch bleibt unersetzlich. Die Reibung, die Tiefe, die Begegnung von Mensch zu Mensch. Aber der Weg dorthin kann leichter werden, wenn du dich vorher mit dir selbst auseinandergesetzt hast.

Also: Probiere es aus. Führe einen Dialog mit dir selbst. Schau hin, wo du sonst wegschaust. Und wenn du klarer wirst dabei, ruhiger, präsenter, dann geh ins Gespräch. Mit den Menschen, mit denen es schwierig ist.

Nicht als Opfer, nicht in der Defensive. Sondern als jemand, der bereit ist hinzuschauen. Auch auf sich selbst.

Ich bin neugierig: Welche Erfahrungen hast du mit KI-Tools bei Konflikten gemacht? Was hat dir geholfen? Wo hast du Bedenken? Schreib mir gerne – hier in den Kommentaren oder persönlich per E-Mail. Der Austausch über diese Fragen liegt mir am Herzen, denn wir alle lernen gerade gemeinsam, wie wir mit diesen neuen Werkzeugen umgehen.


Übrigens: Mein 29 € Einsteiger-Minikurs: Konfliktstrategien verstehen – raus aus alten Mustern stellt als Bonus einen vorstrukturierten Klärungsraum in ChatGPT zur Verfügung, der dabei hilft, eine konkrete Konfliktsituation Schritt für Schritt durchzugehen und besser zu verstehen. Schau dir den Minikurs gern einmal an.

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Bildmaterial

Titel: Eigenes Material

Kerstin Pletzer

Konfliktcoach, Mediatorin & Supervisorin
Ich bin Kerstin, Jahrgang 1960, und beschäftige mich damit, Gespräche wieder möglich zu machen: über Belastendes, Übersehenes, Verdrängtes. Mich interessiert jedes Gesprächsformat – tiefgründig, alltäglich oder herausfordernd, am Küchentisch, unterwegs oder mitten im Arbeitsalltag. Für mich gehört ein gutes Gespräch zu den stärksten menschlichen Erfahrungen. Hier schreibe ich über das, was dabei hilft, Verständigung herzustellen und Verbindung zu halten.

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